Anleitung zur Herstellung einer ca. 40 cm großen Puppe



Für eine ca. 40 cm große Waldorfpuppe benötigen Sie folgende Materialien:

  • 2 m langes Vliesstück
  • 40 cm Schlauchgewebe
  • Trikotstoff für Gesicht und Hände
  • Web- bzw. Cordstoff für den Anzug
  • Nickistoff bzw. Wolle für das Kittelchen
  • Material (z.B. echtes Lammfell) für die Haarperücke
  • Füllwatte bzw. Schafwollflocken
  • Abbindegarn
  • Textilfarben für das Gesicht (Stifte und/oder Stoffmalfarben für dunkle Stoffe).
  • Pinsel für die Stoffmalfarben
  • Textilkleber
  • Puppennadel
  • Nähwerkzeug (Häkelnadel, Schere, Nähgarn, Näh- und Stopfnadeln etc.)

Achtung: Die Schnittmuster mit einer Nahtzugabe von 0,75 - 1,0 cm ausschneiden.

Und so wird es gemacht:

  • Von dem 2 m langen Vliesstück einen 80 cm langen Vliesstreifen und einen 50 cm langen Vliesstreifen abschneiden.

  • Beide Streifen der Länge nach in der Mitte durchschneiden.

  • Die beiden kurzen Streifen auseinanderreissen (siehe Abbildung 1) und sternförmig (wie in Abbildung 4 erkennbar) hinlegen.

  • Ebenso einen der langen Vliesstreifen auseinanderreissen (siehe Abbildung 1).
  • Den anderen langen Streifen so fest aufrollen, dass der Umfang der Rolle ca. 20 cm beträgt (siehe Abbildung 2).
  • Achten Sie bitte bei der weiteren Verarbeitung darauf, dass die Rolle immer hochkant steht!
  • Die beiden übrigen langen Streifenstücke gleichmäs-sig (wie ein Wollknäuel) um die hochkant stehende Rolle wickeln (siehe Abbildung 3).
  • Die entstandene Kugel nun mittig in den Stern legen (siehe Abbildung 4) und festhalten.
  • Die sternförmig ausgelegten Streifen straff nach oben zusammenziehen (siehe Abbildung 5). Möglichst weit oben am Halsansatz und mittig unter der Kugel mit dem Abbindegarn fest abbinden.
  • Die Vliesstreifen etwas glätten, damit das Gesicht später keine unnötigen Beulen hat.
  • Das Schlauchgewebe auf links ziehen und ein Ende fest zunähen.
  • Den wieder auf rechts gedrehten Schlauch so fest über die Kopfball ziehen, dass er am Oberkopf nicht mehr anzuheben ist. Nun wieder direkt unter dem Kopfball abbinden (Die Abbindestelle darf nicht tiefer als die erste Abbindestelle liegen, damit der Kopf nicht instabil wird).
  • Zum Abbinden der Augenpartie die schönste Seite als Gesicht auswählen und mit einer Stecknadel markieren. Ein 1,20 m langes Stück Abbindegarn zum Fischerknoten (wie in Abbildung 6 dargestellt: zwei e-förmige Schlaufen, in der Mitte zusammenklappen) legen und in etwa 2/3 der Kopfhöhe um die Kopfrolle legen (siehe Abbildung 7). Die losen Fäden sollten sich am Hinterkopf befinden und werden nun kräftig zusammengezogen und verknotet. Das Ende der Fäden nicht abschneiden.
  • Zum Abbinden der Wangenpartien ein weiteres 1,20m langes Stück des Abbindegarns nach der Zeichnung legen und von vorne über das Gesicht legen, so dass die Enden des Garns sich am Oberkopf befinden (siehe Abbildung 8). Die Schlinge an den Wangen so weit wie möglich nach hinten geschoben werden. Die Fäden wieder kräftig zusammenziehen und verknoten.
  • Mit einer Häkelnadel an der Schnittstelle der Wangenlinie und der Augenlinie einen Faden durchziehen, so dass eine Schlinge entsteht (siehe Abbildung 9). Durch diese Schlinge das Ende des Fadens durchziehen (siehe Abbildung 10). Die gleiche Prozedur auch auf der anderen Seite durchführen.
  • Die zwei Fäden von der Wangenlinie mit den zwei Fäden vom Oberkopf oben auf dem Kopf verknoten (siehe Abbildung 11).
  • Von den vier Fäden die zwei Kurzen vernähen und mit den langen Fäden die Einkerbung der Wangenlinien mit Hilfe des Matratzenstiches schließen (siehe Abbildungen 12 und 13).
  • Den Faden am Hinterkopf vorsichtig (damit der Faden nicht reisst) mit Hilfe einer Häkelnadel so weit wie möglich herunterziehen, wenn möglich bis zum Hals (siehe Abbildung 14).
  • Für den Körper das restliche 70 cm lange Vliesstück zusammenlegen und fest aufrollen. Die Vliesstreifen des Kopfballs am Hals sternförmig auseinanderfächern und die Körperrolle mittig hinein setzen (siehe Abbildung 15). Die Vliesstreifen straff darüber ziehen und den Schlauchgewebe über den Körper stülpen. Den Schlauchgewebe mit einem Faden einreihen und vernähen.
  • Im Gesicht wird ca. 1,5 cm unter der Augenlinie mittig mit einer Stick- bzw. Stopfnadel Vlies unter dem Schlauchgewebe (das Schlauchgewebe dabei nicht beschädigen) herausgezupft und mit einem Tropfen Textilkleber versehen. Ein pfenniggroßes Stück Trikotstoff darauflegen und diesen Vorgang (Kleber, Trikotstoff, ... ) so lange wiederholen, bis die Nase die gewünschte Größe besitzt. Zum Ende etwas mehr Kleber auf und neben der Nase positionieren und ein DM großes Stück Trikotstoff darüber legen und die Nase in die gewünschte Form modellieren (siehe Abbildung 16). Für Jungen sollte die Nase etwas größer und flacher und für Mädchen etwas kleiner und spitzer modelliert werden. Die Nase am besten über Nacht gut durchtrocknen lassen.
  • Beim Zuschneiden des Gesichtstrikots darauf achten, dass der Fadenverlauf senkrecht zur Naht verläuft. Den Zuschnitt an der angegebenen Stelle zunähen und über den Kopf ziehen. Den Trikotstoff am Hals abbinden und am Oberkopf einreihen und zusammenziehen.
  • Den Halslappen des Gesichtstrikots fest herunter ziehen und am Körper vernähen.
  • Die Augen mit Stecknadeln markieren (ca. 3cm Augenabstand). Mit der Puppennadel und dem reissfesten Garn (doppelt nehmen und Fadenende 3-4 mal knoten) gerade vom Hinterkopf durchstechen, so dass die Nadel zwei Maschen neben der ersten Stecknadel zum Vorschein kommt (siehe Abbildung 17), vier Maschen überspringen und zum nächsten Auge (wieder zwei Maschen neben der Stecknadel) durchstechen (siehe Abbildung 18), wieder vier Maschen überspringen und zum Schluss gerade zum Hinterkopf durchstechen. Ist die Nadel wieder am Hinterkopf die Fäden kräftig ziehen und verknoten.
  • Genauso werden auch die mit Stecknadeln markierten Mundwinkel eingezogen.
  • Zur Gestaltung des Gesichtes muss dieses zunächst von Flusen befreit werden, damit man sich nicht vermalt. Dann wird mit Stoffmalstiften vorgemalt und mit Stoffmalfarbe für dunkle Stoffe und einem feinen Pinsel nachgemalt. Für die Augen wird mit dem Stoffmalstift ein Punkt in die Augenhöhle gesetzt und so weit vergrößert, bis die Pupillengröße harmonisch zum Gesicht passt. Der Lidstrich wird darüber gesetzt. Den Mund malen, alles trockenfönen, dann die weissen Augenpartien ausmalen und den weissen Lichtpunkt oben in die Pupille setzen.
  • Den Anzug und das Kittelchen nach Schnittmuster ausschneiden und nähen. Die Hände und Füße nähen und fest mit Füllwatte stopfen. An den Stellen, an denen die Hände und Füße eingesetzt werden, einen Tunnel nähen und durch diesen einen Faden ziehen und soweit zusammen ziehen, dass die Hände und Füße eingesetzt und fixiert werden können. Den Anzug auf links drehen und Hände und Füße einnähen. Die Beine und Arme mit Füllwatte, die in kleine Klümpchen gezupft (damit die Füllwatte später nicht klumpt) wird, füllen und den Körper einpassen und bei Bedarf noch Füllmaterial nachfüllen.
  • Sitzt alles perfekt, wird die Rückennaht geschlossen und der Anzug am Hals eingereiht, zusammengezogen und mit dem Kopf vernäht.
  • Abschließend die Haarperücke nach Vorlage ausschneiden und zusammennähen. Über den Puppenkopf ziehen, am Ansatz festnähen und frisieren.




Abbildung 1




Abbildung 2




Abbildung 3




Abbildung 4




Abbildung 5




Abbildung 6




Abbildung 7




Abbildung 8




Abbildung 9




Abbildung 10




Abbildung 11




Abbildung 12




Abbildung 13




Abbildung 14




Abbildung 15




Abbildung 16




Abbildung 17




Abbildung 18




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